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Schlachten

Die Schlacht bei Megiddo

Veröffentlicht am 10. Juli 2026 · Aktualisiert am 28. Juli 2026 · Wolfgang Richter

Darstellung Thutmosis III. im Karnak-Tempel

Um 1457 v. Chr. führte Thutmosis III. sein Heer gegen eine Koalition levantinischer Fürsten unter Führung des Königs von Kadesch, die sich bei der Festungsstadt Megiddo versammelt hatte. Der Feldzug gilt als der erste Feldzug der Weltgeschichte, dessen taktischer Ablauf im Detail überliefert ist – festgehalten von dem Schreiber Tjaneni und später in die Annalen Thutmosis’ III. an der Wand der Säulenhalle von Karnak übertragen.

Drei Wege nach Megiddo

Vor Megiddo lagen dem ägyptischen Heer laut den Annalen drei mögliche Anmarschwege offen: zwei breitere, sichere Routen im Norden und Süden sowie ein enger, direkter Weg durch den Aruna-Pass, in dem die Truppe streckenweise nur im Gänsemarsch vorankam. Die Heerführer rieten Thutmosis III. zur sicheren Route – der Pharao entschied sich der Überlieferung nach gegen den Rat seines Stabes für den riskanten direkten Weg durch den Pass, um den Gegner zu überraschen.

Überraschung und Sieg im Feld

Die Koalitionstruppen hatten ihre Kräfte auf die beiden erwarteten Anmarschrouten verteilt und wurden von der ägyptischen Armee im Aruna-Pass überrascht. In der offenen Feldschlacht vor den Toren Megiddos setzten sich die ägyptischen Truppen durch; die gegnerischen Fürsten und ihre Soldaten flohen in die Stadt, deren Tore in der Folge geschlossen wurden.

Die Belagerung: ein teurer taktischer Fehler

Anstatt die fliehenden Truppen sofort zu verfolgen und die noch offene Stadt einzunehmen, begannen die ägyptischen Soldaten laut den Annalen mit der Plünderung des zurückgelassenen feindlichen Lagers. Diese Verzögerung gab der Koalition Zeit, die Stadttore zu sichern. Megiddo musste in der Folge über rund sieben Monate belagert werden, unter anderem durch einen Wall, der die Stadt vollständig abriegelte, bevor sie sich schließlich ergab.

Bedeutung für die ägyptische Militärgeschichte

Der Sieg bei Megiddo legte den Grundstein für die levantinischen Feldzüge Thutmosis’ III. und gilt in der Ägyptologie als Ausgangspunkt seiner insgesamt mindestens 17 dokumentierten Militärkampagnen. Der Historiker James Henry Breasted prägte für Thutmosis III. aufgrund dieser Feldzugsserie in der Fachliteratur den Beinamen „Napoleon Ägyptens“.

Tempelwand im Karnak-Tempel, Fundort der Annalen Thutmosis' III.

Die Wände des Karnak-Tempels, an denen die Annalen Thutmosis’ III. mit dem Bericht über Megiddo eingemeißelt sind.

Quellenlage

Die Annalen sind kein neutraler Feldbericht, sondern eine repräsentative Tempelinschrift zur Verherrlichung des Pharaos – dennoch gelten sie wegen ihres Detailgrads zu Marschrouten, Truppenbewegungen und Beuteverzeichnissen als eine der wertvollsten militärhistorischen Quellen des Alten Ägypten.

Mehr zu Thutmosis III.

Die vollständige militärische Laufbahn des Feldherr-Pharaos in einer eigenen Biografie.

Zur Biografie

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